fördern – vernetzen – entwickeln: Nordmedia stellt Jahresbilanz 2016 vor

Auch 2015 bildeten die drei Felder fördern – vernetzen – entwickeln den Kern der Aktivitäten der nordmedia GmbH. Diesen Kern, bzw. die Jahresbilanz 2015 stellten Thomas Schäffer, nordmedialogo-e1422466886155Geschäftsführer der Nordmedia und Jochen Coldewey, Bereichsleiter der Film- und Medienförderung von Nordmedia, am Dienstag, 09. Februar, in der Jahres-Pressekonferenz vor. Die Beiden gaben einen Rückblick auf das Bilanz- und Geschäftsjahr 2015 und einen Ausblick auf kommende Film- und Festival-Events.

Insgesamt wurden 234 Projekte in den Bereichen Film, Fernsehen, Games, Kino sowie crossmedialen Inhalten mit rund 11,1 Millionen Euro gefördert, die bei erwarteten Gesamtherstellungskosten von 82 Mio. und einem Regionaleffekt von 185 Prozent mit knapp 21 Mio. in die Standorte Bremen und Niedersachsen zurückfließen sollen. Mit richtungsweisenden Veranstaltungsreihen, branchenrelevanten Workshops und der Präsenz auf nationalen und internationalen Messen wurden die Medienakteure und -szene in Niedersachsen und Bremen effektiv vernetzt. Außerdem sind neue Service- und Informationsangebote der nordmedia, wie der mediahub und der Dreharbeitenleitfaden, weiterentwickelt worden.
(v.l.n.r.) Jochen Coldewey, Bereichsleiter Nordmedia, Thomas Schäffer, Geschäftsführer Nordmedia.

„Niedersachsen und Bremen werden als Film- und Fernsehkulisse immer beliebter. Das belegt die Rekordzahl von 80 Projekten, die mit nordmedia Förderung in 2015 fertig gestellt wurden. Aber nicht nur quantitativ kann die Förderung überzeugen: Zahlreiche Preise und beste Quoten sprechen für die hohe Qualität der Projekte. So startet auch das Jahr 2016 gleich mit drei Auszeichnungen – darunter der Publikumspreis für Schrotten – beim renommierten Max Ophüls Festival – und die Berlinale präsentiert wieder nordmedia zahlreiche geförderte Filme wie u. a. Ted Sieger’s Molly Monster aus der Hannoverschen Animationsschmiede von Alexandra Schatz, der im Wettbewerb ‚Generation Kplus‘ seine Welturaufführung haben wird“ so Thomas Schäffer, Geschäftsführer der nordmedia. „Neben Film und TV spielen für nordmedia im Besonderen die digitalen Medien weiter eine entscheidende Rolle – Veranstaltungen wie #Disruptive Innovation oder die Serious Games Conference strahlen weit über die

(v.l.n.r.) Jochen Coldewey, Bereichsleiter Nordmedia, Thomas Schäffer, Geschäftsführer Nordmedia.

Region hinaus und belegen ebenso wie die hohe und steigende Nachfrage im Bereich der Gamesförderung, dass die Standorte Niedersachsen und Bremen auch hier im Wettbewerb punkten und für die Zukunft gut ausgerichtet sind.“

Förderung im Detail

2015 entschied der Vergabeausschuss über die Bewilligung von Mitteln in Höhe von rund 11,1 Millionen Euro. Im Detail entfielen dabei im Bereich der Drehbuch- und Stoffentwicklung auf 23 Projekte über 373.463 Euro, für die Projektentwicklung wurden rund 183.782 Euro für neun Maßnahmen bewilligt, für 89 Produktionen gab es Zusagen in Höhe von knapp 8,53 Millionen Euro. Darüber hinaus wurden 17 Filme mit einer Verleih-, Vertriebs- und Verbreitungsförderung in Höhe von über 106.384 Euro ausgestattet, in den Bereichen Abspiel und Präsentation wurden acht Zusagen von 96.545 Euro gegeben. Für zwei Maßnahmen im Bereich Investitionen stellte der Vergabeausschuss der nordmedia schließlich 33.212 Euro zur Verfügung. 49 Preise, Prämien und Stipendien wurden in Höhe von 77.000 Euro vergeben sowie über 58.478 Euro für acht Qualifizierungs- und sonstige Maßnahmen.

Des Weiteren wurden 29 Produktionen mit rund 1,6 Mio. Euro aus Sondermitteln des Landes Niedersachsen (Medienförderfonds) unterstützt.

Die von nordmedia vergebenen 11,1 Millionen Euro lösten einen Effekt von 185 Prozent aus, da durch die Förderungen knapp 21 Millionen Euro in Niedersachsen und Bremen wieder verausgabt wurden. Die durchschnittliche Beteiligungsquote von nordmedia an den geförderten Projekten lag bei 14 Prozent der Herstellungskosten von knapp 82 Millionen Euro. Zum Förderaufkommen der nordmedia tragen die Länder Niedersachsen und Bremen, der NDR, Radio Bremen und das ZDF bei.

Niedersachsen hat sich zu einem dynamischen Standort kleiner, innovativer Entwicklerstudios etabliert. Die Gamesförderung der nordmedia leistet hierzu einen bedeutenden Beitrag. Die Anzahl der Einreichungen und positiven Förderentscheidungen im Bereich Games war noch nie so hoch wie 2015. Mit bis zu 421.601,42 Euro wurden insgesamt zwölf Projekte unterschiedlichster Genres unterstützt. Von technisch innovativen Games für die Virtual Reality Devices über ein international bereits hochgelobtes 3D-Strategiespiel, das auf einer Reihe erfolgreicher Fantasyromane basiert, bis hin zu einem edukativen Kinderlernspiel – die Vielfalt und Qualität der Projekte nimmt weiter zu!

Preise

Neben den positiven wirtschaftlichen Effekten waren die geförderten Projekte auch im Wettbewerb sehr erfolgreich: Seit 2001 wurden 206 Produktionen mit insgesamt 664 Preisen ausgezeichnet. 2015 gingen 80 Preise an 30 Produktionen. Besonders hervorzuheben sind die drei vielfach ausgezeichneten Spielfilme Babai, Freistatt und Wir sind jung. Wir sind stark. Babai von Visar Morina wurde u. a. beim Filmfest München, dem Karlovy Vary International Film Festival (Tschechien) und dem Festival Cinéma Méditerranéen (Brüssel) ausgezeichnet. Freistatt erhielt u. a. den Max Ophüls Preis in Saarbrücken,  einen Prix Europa 2015 (Berlin) sowie einen Bayerischen Filmpreis für den besten Nachwuchsdarsteller Louis Hofmann. Joel Basman erhielt für seine Darstellung in Wir sind jung. Wir sind stark. eine LOLA für die Beste männliche Nebenrolle.

Dreharbeiten

Niedersachsen und Bremen boten im Jahr 2015 wieder interessante Locations für zahlreiche Film- und Fernsehproduktionen. Der Flughafen Hannover-Langenhagen war Schauplatz für den Tatort: Zorn Gottes mit Wotan Wilke Möhring von Özgür Yildirim (Erstausstrahlung: 20.03.2016, 20:15, ARD). In Bückeburg und Wolfenbüttel drehte Kai Christiansen das Dokudrama Der gute Göring mit Francis Fulton-Smith und Barnaby Metschurat.

In Bremen wurde die dritte Staffel der deutsch-norwegischen Serie Trio – Die Kepler Diamanten (Erstausstrahlung: Herbst 2016) gedreht. Für das Kinoabenteuer Allein gegen die Zeit – der Film drehte Christian Theede auf Burg Bentheim, in der Einhornhöhle bei Herzberg im Harz, im Kloster Walkenried, im Bergwerk Rammelsberg in Goslar und in Hildesheim.

In Stade, Krautsand und Bremen fanden sich die geeigneten Kulissen für das aufwändige Dokudrama Gigant des Nordens – der Hamburger Hafen. In Buxtehude realisierte Lars Jessen die TV Comedy-Serie Jennifer – Sehnsucht nach was Besseres (Erstausstrahlung 23.12.2015) Worpswede war Schauplatz des Kinofilms Paula von Christian Schwochow mit Carla Juri als Paula Modersohn-Becker. In Bremen drehte Florian Eichinger das Drama Die Hände meiner Mutter mit Jessica Schwarz und Andreas Döhler. Außerdem wurde in Hannover auch 2015 wieder animiert: Die internationale Koproduktion Ted Sieger’s Molly Monster entstand zu großen Teilen bei der Alexandra Schatz Filmproduktion.

Nordlichter

Im Rahmen des 2014 gestarteten Produktionsförderprogramm für Nachwuchsfilmer Nordlichter, das vom NDR, der Filmförderung Hamburg Schleswig‐Holstein und nordmedia initiiert wurde, sind die ersten Produktionen fertig gestellt worden. Die Dreharbeiten zu Simon sagt auf Wiedersehen zu seiner Vorhaut im März 2015 in Hamburg und Geesthacht gaben den Startschuss: Die Komödie Familie verpflichtet wurde komplett in Hannover gedreht. Für die Buddy-Komödie Vorstadtrocker fanden sich in einer Ferienhaussiedlung in Wremen (Landkreis Cuxhaven) und in Hamburg die passenden Settings. Die romantische Komödie Das Romeo Prinzip wurde im Juni/Juli in Hamburg und Lüneburg gedreht. Die ersten vier Nordlichter-Komödien wurden nach erfolgreichen Premieren auf dem Filmfest Hamburg im November 2015 jeweils donnerstags zur Primetime im NDR gezeigt und jeweils eine Woche vor TV-Ausstrahlung konnten die Spielfilme schon in der Mediathek abgerufen werden.

Das Programm Nordlichter ermöglicht norddeutschen Autoren, Regisseuren oder Produzenten mit überzeugender eigener Handschrift, in Zusammenarbeit mit den Förderern Filme ohne langen Finanzierungsvorlauf zu realisieren.

Nachwuchs

Raum für kreatives Arbeiten und Leben: Das einzigartige cast&cut-Stipendium wird zweimal jährlich an Nachwuchsfilmschaffende aus Deutschland von nordmedia und der Stiftung Kulturregion Hannover vergeben. So wird das Kurzfilmstipendium cast&cut an Nachwuchs-Filmschaffende aus Deutschland vergeben. Jeweils ein halbes Jahr lang ziehen die StipentiatInnen in die Villa Minimo in Hannover, um den Freiraum für ein Projekt in der Region kreativ zu füllen. 2015 haben Ulu Braun und Jan Wagner ihre Kurzfilme in Hannover realisiert. Das Ergebnis wird im Herbst 2016 bei einer Hannover-Premiere im Kino in Künstlerhaus zu sehen sein.

Die Stipendiaten für das kommende Jahr stehen auch schon fest: Von Januar bis Ende Juni 2016 wird der in Bremen geborene und in Niedersachsen aufgewachsene Kai Gero Lenke in der Villa Minimo wohnen und arbeiten und in Hannover seinen fiktionalen Kurzfilm Was von draußen kommt drehen. Ihm folgt im Zeitraum von Juli bis Dezember 2016 Anja Großwig, die ihren Animationsfilm Brace in Hannover herstellen wird. Anja Großwig ist die erste cast & cut-Stipendiatin, die einen Animationsfilm umsetzen wird.

Festivals

Mit einer einzigartig vielfältigen Festivallandschaft deckt Niedersachsen ein breites Spektrum ab: In Niedersachsen sind sowohl international etablierte Filmfeste als auch bedeutende Festivals für Nachwuchstalente oder Medienkunst zu Hause. 2015 gewannen die nordmedia-geförderten Produktionen
4 Könige beim mittlerweile besucherstärksten Festival des Landes, dem Internationalen Filmfest Braunschweig, und Bach in Brazil beim weit über die Region hinaus beliebten Publikumsfestival, dem Internationalen Filmfest Emden-Norderney, Hauptpreise. Beim Internationalen Filmfest Oldenburg freuten sich die Macher nicht nur über einen Zuschauerzuwachs von über 10 %, sondern auch über die Wahl des Moviemaker Magazine, zu den 25 coolsten Festivals der Welt zu zählen.

Eine herausragende Stellung in der internationalen Kunstszene hat zudem das European Art Festival in Osnabrück und einmalig in seiner Art und Programmgüte ist das Nachwuchsfilmfestival up and coming in Hannover. Filmfeste führen Filmschaffende, filmaffine Zuschauer/-innen und interessierte Neulinge zusammen, ermöglichen ihnen Einblick, Austausch und Vermittlung. Unabhängig von der Größe eines Festivals leistet jedes einen besonderen kulturellen Beitrag in der Region: Zum Erhalt der besonderen Festivalvielfalt – regional und inhaltlich – erhöht der NDR 2016 sein Förderkontingent jährlich um weitere 150.000 Euro ausschließlich für nordmedia-geförderte Filmfestivals.

Vernetzen

Eine Aufgabe der nordmedia ist die Vernetzung von regionalen, überregionalen und internationalen Medienschaffenden aus der Kultur- und Kreativszene und eine Plattform für den Austausch zu Themen aus der Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zu schaffen.

Um den Wissensaustausch und das Vernetzen von ExpertInnen und AkteurInnen anzuregen, sind 2015 vielseitige Veranstaltungen und Projekte initiiert worden, die sich durch ihre Interdisziplinarität, Innovation sowie Aktualität auszeichnen. Die nordmedia-Talk-Reihe und das nordmedia Business-Frühstück, bei dem geladene ReferentInnen zu gegenwärtigen Diskursen des Medienzweiges sprechen, sowie innovative Events wie das Corporate Media Forum zum Thema Bewegtbild in der Unternehmenskommunikation und der Kongress #Disruptive Innovation, bei dem hochkarätige ReferentInnen über disruptive Innovationen der digitalen Medienwelt diskutieren. Oder der 24Hackathon der BranchenakteurInnen aus IT, (Web-)Design und Redaktion  zusammenbringt um innovative Radio-Apps innerhalb von 24 Stunden zu entwickeln. Neuartig angelegter Programmformate wurden bei dem Preis für crossmediale Programminnovationen ausgezeichnet und bei der international etablierten Serious Games Conference stellen BranchenexpertInnen Best Practice Cases und aktuelle Forschungsergebnisse im Bereich Applied Interactive Technologies vor.

Ausblick 2016

nordmedia startet mit einigen vielversprechenden Kinostarts in das Jahr 2016.

10.03.2016: Babai: Spielfilm von Visar Morina mit Val Maloku, Astrit Kabashi u. v. a.

24.03.2016: Bach in Brazil: Spielfilm von Ansgar Ahlers mit  Edgar Selge, Peter Lohmeyer, Franziska Walser u. v. a.

07.04.2016: Gestrandet: Dokumentarfilm von Lisei Caspers

05.05.2016: Schrotten!: Spielfilm von Max Zähle mit Lucas Gregorowicz, Frederick Lau, Anna Bederke, u. v. a.

19.05.2016: Parchim International: Dokumentarfilm von Stefan Eberlein

nordmedia auf der Berlinale

Bei den 66. Internationalen Filmfestspielen in Berlin sind acht nordmedia-geförderte Produktionen in vier Festivalsektionen vertreten. Die internationale Koproduktion Yarden von Måns Månsson läuft im Berlinale Forum, Till Harms Dokumentation über die Aufnahmeprüfung an der staatlichen Schauspielschule Hannover Die Prüfung ist in der Sektion Berlinale Perspektive Deutsches Kino zu sehen und in der Reihe Berlinale Generation der animierten Spielfilm Ted Sieger’s Molly Monster sowie der animierte Kurzfilm Cats & Dogs von Jesús Pérez und Gerd Gockell. In der Sektion LOLA at Berlinale werden außerdem die geförderten Filme 4 Könige, Babai, Parchim Internatinal sowie Schrotten! präsentiert.

Des Weiteren werden zwölf nordmedia-geförderte Filme auf den Screenings des European Film Market einem internationalen Branchenpublikum vorgestellt. Zu sehen sind die Spielfilme Yarden und Die Kleinen und die Bösen. Im Kurzfilmprogramm werden La Cigale et la Fourmi, Slap in the Park, Osten, Cats & Dogs und Occasus gezeigt.

Neue Publikationen der nordmedia

Pünktlich zu den Internationalen Filmfestspielen in Berlin veröffentlicht nordmedia wieder zwei Publikationen: Zum einen den Geschäftsbericht mit dem wirtschaftlichen Resultat der Gesellschaft aus 2014 und den gesamten Projekten, Förderungen, Veranstaltungen und Aktivitäten des Jahres 2015, und zum anderen die traditionell erscheinende Katalog-Reihe Die Filme. Hier werden rund 80 Produktionen des Jahrganges 2015 ausführlich vorgestellt. Dazu zählen zum Beispiel internationale Koproduktionen wie Ted Sieger’s Molly Monster und Yarden, die beide auf der diesjährigen Berlinale Premiere feiern werden, die kürzlich beim Festival Max Ophüls Preis ausgezeichneten Spielfilme Schrotten!, Ferien und Rockabilly Requiem sowie  die vier norddeutschen Komödien aus der neuen, gemeinsam mit der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein geförderten NDR-Filmreihe Nordlichter. Mit dem Katalog Die Filme 2015 möchte nordmedia die Gelegenheit geben, mehr über die vitale und kreative Medienszene in Niedersachsen und Bremen zu erfahren.

V.i.S.d.P. Nordmedia GmbH

Grafik oben: (c) Nordmedia GmbH

Foto: (c) Frank Mandrella

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Frank Mandrella

Über Frank Mandrella

Über Frank Frank Mandrella ist Freier Journalist & & Illustrator. Mehr Info unter dem Button "Unser Team" oder bei Google & den Social Media

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