5. Lumix Festival stellt Flüchtlings-Reportagen in den Mittelpunkt

Lumix-Ausstellung im Design Center

Wieder bestimmen Bilder, eingefrorene Situationen die Expo-Plaza und deren umliegende Gebäude. Kriegsalltag, Leben in extremen Klimazonen oder Portaits von Menschen in entscheidenden Lebensabschnitten. Als kleines Jubiläum  zeigt zum fünften Mal das Lumix-Fotofestival dieses Themenspektrum, welches die Hochschule Hannover und der Verein zur Förderung der Fotografie in Hannover e.V. vom 15. bis zum 19.06.2016 mit der Unterstützung der FotografInnen Vereinigung Freelens organisiert. Dazu wird das Weltausstellungs-Gelände wieder in eine riesige Fotoschau verwandelt, zu der bis zu 35 000 Besucher erwartet werden.

Gärten im Wandel – Ausstellungsfläche

Internationale junge Fotografen aus den USA, aus dem Iran sowie Argentinien, Russland, Südkorea und anderen Ländern stellen ihre hochwertigen Arbeiten aus. Johna Bävman, Maxim Dondyuk, Nancy Borowick, Dominic Nahr – diese Namen der Lumix-Teilnehmer sprechen für sich. Auch zehn Studierende der Hochschule Hannover zeigen mit den ausländischen Gästen spannende Themen und schöpferische Bandbreite.

Für das diesjährige Festival hatten sich 1200 junge Fotografen aus 85 Ländern beworben. Daraus wählten Freelens-Artdirektorin Stefanie Rejzek, Lutz Fischmann, Freelens-Geschäftsführer sowie Rolf Nobel, Fotografie-Professor an der Hochschule Hannover und Isabel Winarsch, Organisatorin des Festivals 60 Reportagen und Essays von Fotografen aus 23 Ländern aus.

Flüchtlinge und Lumix

„Natürlich spielt die Flüchtlingsproblematik unter den Einsendungen eine große Rolle. Schließlich sind das Themen, die die Nachrichten seit Monaten beherrschen. Wir haben vier Geschichten dazu ausgewählt, die sich aber im fotografischen Stil und den behandelten Aspekten des Themas voneinander unterscheiden“, erläutert Rolf Nobel. Neben ernsteren Themen werden auch skurrile, poetische und alltägliche Reportagen zu sehen sein.

Deutscher Pavillon mit Flüchtlings-Reportage

Eine der „Flüchtlingsgeschichten“ kann sich der Besucher an der Außenfläche des Deutschen Pavillons betrachten. „Wir waren nicht sicher, ob diese Kombination funktioniert, dass man an das Gebäude, das jetzt als Flüchtlingsunterkunft genutzt wird, eben an der Außenfassade eine Flüchtlingsgeschichte anbringt und den Leuten, die dort wohnen mit dem Erlebten konfrontiert“ erzählt Nobel. „Aber wir haben bei dem Aufbau der Ausstellung schon erste Gespräche gehabt mit den Bewohnern des Deutschen Pavillons. Es hat interessante Diskussionen gegeben. Sie haben in den Bildern teilweise ihr eigenes Erleben wiedererkannt, was dann zu Diskussion, Gesprächen über Erinnerungen geführt hat. Auf Befragen haben die Flüchtlinge es als sehr positiv empfunden, dass die Flüchtlingsgeschichte an die Außenfassade angebracht wurde.“

Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok besucht das Containerdorf (Rechts  im Hintergrund: Rolf Nobel)

Neu ist das Containerdorf: Es ist der neue zentrale Treffpunkt beim Festival. Das Magazin „Stern“ stellt dort aus, junge HAZ-Fotografen, die Fachhochschulen Dortmund und Bielefeld, die World Press Photo Foundation und verschiedene Fotokollektive. Auf einer Containerbühne werden von Mittwoch an Diskussionen und Vorträge abgehalten.

Prof. Dr. Rolf Nobel

Preise und Internationale Fotografen

Die beste Arbeit des Festivals wird mit dem Freelens-Award ausgezeichnet, der mit 10.000 Euro dotiert ist. Drei weitere Arbeiten werden mit lobenden Erwähnungen geehrt, jeweils dotiert mit 1.000 Euro. Außerdem stiftet das Elektronikunternehmen Panasonic bereits zum vierten Mal den Lumix Multimedia Award mit einem Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro für die beste Multimedia-Produktion. Mit dem Lammerhuber Photography Award wird bereits zum dritten Mal die eindrucksvollste Alltags-Reportage ausgezeichnet. Der Preis, gestiftet vom berühmten österreichischen Fotograf und Verleger Lois Lammhuber, ist mit 5000 Euro dotiert. Die Hannoversche Allgemeine Zeitung vergibt den Publikumspreis: 1000 Euro erhält die Reportage, die die Festivalbesucher am meisten berührt, begeistert oder berührt hat.

Dominic Nahr – Der Schweizer Fotograf zeigt mit seiner „Crisis in Unity“ – Fotoserie die humanitäre Katastrophe im Südsudan

Acht weltbekannte Fotografen kommen an den fünf Tagen zum Fotofestival nach Hannover: Die Vorträge von Espen Rasmussen aus Norwegen, der Japanerin Shiho Fukada, der Amerikanerin Erin Trieb, dem Engländer Robin Hammond, dem Italiener Francesco Zola, dem Deutschen Hans-Jürgen Burkard, dem Dänen Mads Nissen und dem Australier Daniel Berehulak stehen bereits fest. Sie zeigen allen Fotografiebegeisterten ihre Fotoarbeiten, erzählen über die bewegendsten Momente des Berufsalltags und teilen mit den jungen Kollegen ihr Wissen und ihre Erfahrung. Der Eintritt zu den Vorträgen kostet jeweils 3 Euro.

Ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Vorträgen, Portfolio-Sichtungen und Podiumsdiskussionen zu diversen Themen rundet das Ausstellungsangebot der fünf Festivaltage ab.

Wo? Expo-Gelände (Linie 6 Messe Ost),  Design Center, Hochschule Hannover
Fakultät III – Medien, Information und Design, EXPO-Plaza 2, 30539 Hannover

Wieviel? Die Eintrittskarten für das Lumix Festival sind an der Tageskasse im Design Center erhältlich. Eine Karte für Erwachsene kostet 10 Euro/ermäßigt 7 Euro und ermöglicht den Besuch der Ausstellungen an allen fünf Tagen sowie der Fototechnik-Schau bis zum Sonntagabend. Der Besuch des Containerdorfs ist kostenlos.

Ein Ausstellungskatalog ist auch erhältlich. Er kostet 20 Euro.

Wann? Mittwoch, 15. bis Sonntag, 19. Juni, Die Ausstellungen und die Fototechnik-Schau sind täglich von 10.00 bis 20.00 Uhr zu sehen.

Weitere Informationen erhalten Sie auf www.festival-hannover.de

Text und Fotos: Frank Mandrella

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Frank Mandrella

Über Frank Mandrella

Über Frank Frank Mandrella ist Freier Journalist & & Illustrator. Mehr Info unter dem Button "Unser Team" oder bei Google & den Social Media

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