Lumix Festival No.6 stellt sich krisensicher vor


 

Ausstellung im Deutschen Pavillon

Ein Festival hat sich etabliert am Rande von Hannover. Zum mittlerweile 6. Lumix Festival verwandelt die Hochschule Hannover (HsH) und der Verein zur Förderung der Fotografie in Hannover e.V. vom Mittwoch, 20. Juni bis zum Sonntag, 24. Juni 2018 mit der Fotografinnen-Vereinigung Freelens das frühere Expogelände in eine der großflächigsten Fotoschauen weltweit. Der Besucher kann vor insgesamt 60 Reportagen und 1500 Fotos verweilen, staunen, sich amüsieren, schockiert sein.  Zuvor mussten aus 1000 Bewerbungen aus 80 Ländern die besten Reportagen ausgewählt werden.

(v.l.n.r.): Michael Trippel (Festivalsleiter ab 2020), Isabel Winarsch, Organisationsleiterin und Festivalgründer Prof. Dr. Rolf Nobel

Auch wenn es für die Besucher etwas dezentral liegt, erwartet der Festivalgründer und ehemalige Hochschulprofessor Rolf Nobel 40 000 Besucher. Samstag und Sonntag werden erfahrungsgemäß die publikumsstärksten Tage sein. Dabei ist am Samstag sicherlich die Präsentation der 16 Multimedia Stories im Kinosaal des Planet MID ein Highlight des Festivalwochenendes. Rolf Nobel gibt ab 2020 die Leitung an Michael Trippel ab. 2020 wird das Festival sicherlich wieder stattfinden, soweit ist Nobel sicher. Sein Festival beweise, dass es den Medienkritikern zum Trotz keine Krise des Fotojournalismus gab und immer noch nicht gäbe. Eher wäre es eine Krise der Medien selbst, siehe Auflagenrückgang. Dabei zeigen die ausgestellten Fotografen, die wieder nicht älter als 35 Jahre sind, im gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Rahmen einen Einblick in den facettenreichen Alltag von 37 verschiedenen Ländern – mal mit skurrilem, mal mit tragischem Unterton- sie zeigen Armut, Flucht, warnen vor Naturkatastrophen. Dabei soll, laut Nobel, nicht ein Ungleichgewicht in der Thematik stattfinden. Dazu sollen Geschichten, die einfach schön und witzig sind, auch erheitern, wie z.B. die besondere Tierliebe der Finnen.

Der Deutsche Pavillon wurde wieder in die Ausstellung eingebunden, das zur letzten Ausstellung noch als Flüchtlingsunterkunft zwischenzeitlich nicht zu Verfügung stand. Nun können Besucher im Pavillon zwischen den immer noch bereitstehenden Zelten samt Feldbetten Fotos über die AfD, Flucht und Vertreibung betrachten.

Ausstellende Fotografen: (v.l.n.r.) Fatemeh Behboudi, Florian Müller, Mario Wezel, Vivan Rutsch.

 

Auf der Plaza hatten die Organisatoren 2016 ein Containerdorf mit 12 Containern aufgestellt, jetzt sind es 20 Container. Dort sind Partnerhochschulen, Redaktionen und Vereine untergebracht. Diese stellen in den Containern ihre eigenen Arbeiten vor. Zudem gibt es Platz für Podiumsdiskussion rund um den Fotojournalismus.

Wieder werden acht Vorträge international bekannter Fotografen, wie u.a. der Waliser Fotografin Abbie Trailer-Smith (anstatt Matt Black), des US-amerikanischen Fotografen Thomas van Houtryve und der polnischen Fotografin Justyna Mielnikiewicz im Design-Center zu sehen und hören sein. Der Eintritt zu den Vorträgen kostet jeweils 3 Euro.

Navid Bookani stellt mit „On the Run from her Father“ über ein Säureattentat als einziger im Deutschen Pavillon aus.

 

Die beste Arbeit des Festivals wird am Samstag in der Abschlussveranstaltung mit dem Freelens Award ausgezeichnet, der mit 10.000 Euro dotiert ist. Drei weitere Arbeiten werden mit lobenden Erwähnungen geehrt, jeweils mit 1000 Euro.

Ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Vorträgen, Portfolio-Sichtungen und Podiumsdiskussionen zu diversen Themen rundet das

Fatemeh Behboudi mit „Life after Shock“ – Reportage über die Folgen der drei jüngsten Erdbeben im Iran im Skywalk

Ausstellungsangebot der fünf Festivaltage ab.

Wo? Expo-Gelände (Linie 6 Messe Ost),  Design Center, Hochschule Hannover
Fakultät III – Medien, Information und Design, EXPO-Plaza 2, 30539 Hannover

Wieviel? Die Eintrittskarten für das Lumix Festival sind an der Tageskasse im Design Center erhältlich. Eine Karte für Erwachsene kostet 12 Euro/ermäßigt *7 Euro und ermöglicht den Besuch der Ausstellungen an allen fünf Tagen sowie der Fototechnik-Schau bis zum Sonntagabend. *Schüler | Studenten | Rentner | Arbeitslose | Behinderte (1 Begleitperson frei)
Der Besuch des Containerdorfs ist kostenlos.

Ein ausführliches Programm und Informationen zu den Führungen für Schulklassen und Gruppen finden Sie hier.

Ein Ausstellungskatalog ist auch erhältlich. Er kostet 20 Euro.

Wann? Mittwoch, 20. bis Sonntag, 24. Juni 2018. Die Ausstellungen und die Fototechnik-Schau sind täglich von 10.00 bis 20.00 Uhr zu sehen.

Weitere Informationen erhalten Sie auf www.festival-hannover.de

Text und Fotos: Frank Mandrella

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Frank Mandrella

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Über Frank Frank Mandrella ist Freier Journalist & & Illustrator. Mehr Info unter dem Button "Unser Team" oder bei Google & den Social Media

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