CD-Rezension The Black Sheep „Politics“

the-black-sheep-politics-coverAlbumtitelPolitics

BandThe Black Sheep

GenrePop-Rock

LabelIntono Records/Rough Trade

14. Februar 2014

Bandwebsite http://www.theblacksheep.de

Was lange währt, wird endlich gut. So oder so ähnlich könnten The Black Sheep die anstehende Veröffentlichung ihres zweiten Albums betrachten. Denn dass zwischen ihrem Debutwerk „Not Part Of The Deal“ und ihrem am 14. Februar 2014 erscheinenden zweiten Longplayer fast fünf Jahre lagen, war nicht wirklich so geplant und es gab schon viele Bands, für die die Probleme, mit denen The Black Sheep in der Zwischenzeit zu kämpfen hatten, das frühzeitige Aus bedeutet hatte. The Black Sheep sind der Musikwelt zum Glück erhalten geblieben, trotz Abgängen von Bandmitgliedern und der Schließung ihres Plattenlabels.

Neue Bandmitglieder wurden gefunden und erwiesen sich auch als perfekt ins Bandgeefüge passend und auch die Labelfrage wurde zufriedenstellend gelöst, so dass „Politics“, so der Titel des neuen Albums, nun endlich veröffentlicht wird. Die Politik, um die es den vier Damen aus Köln geht, ist aber nicht unbedingt die Politik als solches, sondern eher die Politik, die in zwischenmenschlichen Beziehungen oft eine zu große Rolle einnimmt, indem Dinge unnötig verkompliziert werden.

Der Titelsong erweist sich als druckvolle Ballade, die lange im Ohr des Hörers hängenbleibt, was sowohl an der warmen, aber kräftigen Stimme von Sängerin Charlotte als auch dem tollen Gitarrenspiel von ihrer Schwester Johanna liegt. Überhaupt sind alle 11 Stücke auf der Scheibe ebenso eingängig wie vielfältig. Der Opener „Do or Die“ rockt richtig und legt die Grundstimmung für das Album. Mit „No Other“ haben sie auch ein Herzschmerz-Stück, welches irgendwie ja auch zum Valentinstag passt, im Repertoire, welches erneut die Vielseitigkeit der Stimme von Charlotte herausstellt.

Mit „Fireless“ gehen The Black Sheep wieder in Richtung Acoustic und eine Cover-Version dabei zu haben, gehört heutzutage wohl einfach dazu. Der Trick bei Cover-Versionen ist es ja immer, ein Stück zu finden, welches auch zum Bandstil passt und dem man auch eine neue Note verleihen kann. Dies ist den vier Ladies zum Glück auch gelungen, denn bei der Cover-Version handelt es sich um „Motorcycle Emptiness“ von den Manic Street Preachers (1992). Das Stück passt sich perfekt in den Flow des restlichen Albums ein und bekommt auch etwas Eigenständiges im Vergleich zum Original.

Insgesamt ist „Politics“ ein Album, welches jedem Liebhaber gut arrangierter rockiger Klänge, die eingängig ins Ohr gehen und dazu Emotion ausstrahlen, ohne dabei schmalzig oder aufgesetzt zu wirken, bedenkenlos empfohlen werden kann. Wenn das Album den Erfolg hat, den es aufgrund der hohen Qualität in allen Bereichen fraglos verdient, und The Black Sheep künftig von Problemen verschont bleiben und sie sich auf das konzentrieren können, was ihnen am besten liegt, nämlich Musik machen, dürfte der Band eine lange erfolgreiche Karriere bevorstehen, die sie auch angesichts dieses Albums mehr als verdient haben.

Steve Palaser

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