Ein ganz besonderer Konzertabend mit Covenant

Die „Field Works“-Tour wird den Covenant-Fans lange in guter Erinnerung bleiben

Field Works: Excursions“ heißt das neue Werk der Schwedisch-Deutschen Electro-Ikonen. Leider kein neues Album, sondern nur eine EP mit fünf neuen Tracks, die es derzeit auch exklusiv nur auf der Tour zu kaufen gibt. Aber diese fünf Tracks haben es in sich. Experimentell, künstlerisch wertvoll und sehr unterschiedlich stammt jeder Song von einem anderen Bandmitglied. Da die EP schon so extravagant ist, wollte die Band auch die dazugehörige Tour zu einem ganz besonderen Erlebnis machen. Dies ist Covenant auch vollkommen gelungen. Aber zunächst war es an den Engländern von Empathy Test, das Publikum aufzuwärmen. Gerade mal vor vier Monaten tourten Empathy Test noch auf ihrer eigenen Tour durch Deutschlands Konzerthallen, jetzt waren sie wieder einmal als Edel-Support für eine legendäre Electro-Combo unterwegs. Wie man den Gesprächen unter den Konzertbesuchern entnehmen konnte, waren Empathy Test beim Covenant-Publikum noch nicht bekannt, sie erspielten sich mit ihrem halbstündigen Auftritt einige neue Fans. Kein Wunder, die vielseitige, emotional-melancholische Stimme von Sänger Isaac und die eingängigen, warmen Synthmelodien erinnerten nicht zufällig an den besten Synthpop der 80er. Empathy Test haben das Kunststück fertiggebracht, diesen 80er Sound zu modernisieren, ohne dass er etwas von dem verliert, was ihn ausmacht. „Holding On“, „Vampire Town“, „Demons“ und „Safe From Harm“ sind nur einige Beispiele, die sie an diesem Abend zum Besten gaben. Der Auftritt verging wie im Fluge, viel zu schnell, aber so aktiv, wie die Engländer sind, wird man sie sicher bald wiedersehen. Sei es erneut als Support oder auf der nächsten eigenen Tour, denn am dritten Album wird bereits fleißig gewerkelt.

Bilder-Galerie Empathy Test:

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Nach einer kurzen Umbaupause wurde es aber Zeit für die eigentlichen Stars des Abends. Covenant betraten nach einem langen Intro vom Band unter viel Applaus die Bühne und legten gleich mit zwei Klassikern los, „Like Tears In Rain“ und „Bullet“. Nach diesem Auftakt nach Maß stellte Sänger Eskil mit „All That Is Solid Melts Into Air“ den ersten der neuen Songs vor. Soundtechnisch sehr vielschichtig, arbeitete Eskil hier recht ungewohnt mit Sprechgesang, der zusammen mit dem Sound immer intensiver wurde. Die Performance des Songs wurde vom Publikum auch angenommen. Weiter ging es mit „Speed“, „Dies Irae“ und „Atom Heart“, alles Songs von vergangenen Alben, die die Band nur sehr selten live spielt. Umso überraschender war es dann für das erfreute Publikum, wie gut diese Songs sich ins Gesamtkonzept des Konzertabends einfügten. Danach kam mit „False Gods“ erneut ein neuer Song, der live ebenfalls eine starke Wirkung entfaltete. Dass die Musiker bei diesem und dem einen oder anderen Song auf Live-Trommeln zurückgriffen, um es noch intensiver zu gestalten, tat sein übriges. Das Publikum war begeistert.

Bilder-Galerie Covenant:

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Es folgte wieder ein Block mit drei klassischen Covenant-Krachern, „20 Hz“, „Go Film“ und „We Stand Alone“, wobei insbesondere letzteres wie gewohnt ein Publikumsliebling war. Mit dem gesprochenen Text des Nibelungenliedes hielt der nächste neue Song Einzug ins Programm, bevor mit „Babel“, „The Men“ und der Electro-Hymne „Ritual Noise“ das Hauptset endete. Das erste Zugabenset bestand auf „Happy Man“ in unplugged Version, „Flux“ und dem  Clubhit „Call The Ships To Port“. Die zweite Zugabe bestand zwar nur aus einem Song, dem Ohrwurm „Dead Stars“, aber wie Eskil selbst sagte, hatten die Zuschauer sich den Hit auch wirklich verdient. Damit endete ein großartiger Konzertabend mit Covenant, wobei das Besondere aber nicht nur die Setlist und die experimentellen neuen Stücke waren, sondern wie sehr das Konzept von den Zuschauern nicht nur akzeptiert, sondern geschätzt wurde. Publikum und Band hatten viel Spaß miteinander und der gegenseitige Respekt verlieh dem Abend eine besondere Note. Der vielzitierte Funke war nicht nur da, sondern sprang immer wieder vom Publikum auf Band über und umgekehrt. Jeder, der bei dieser Konzertreihe im jeweiligen Saal anwesend war, wird diese Auftritte der „Field Works“-Tour lange im Gedächtnis und im Herzen bewahren. Man darf gespannt sein, was Eskil und seine Kollegen in naher Zukunft planen. Es dürfte aber scher werden, diese Atmosphäre zu toppen.

Text & Fotos: Steve Palaser

Weiterführende Links:

Covenant

Empathy Test

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About Steve

Steve Palaser ist Freier Journalist & Übersetzer DE - EN, EN - DE Mehr Info unter dem Button "Unser Team" oder bei Google - da er zumindest deutschlandweit der Einzige mit diesem Namen ist! Ein echtes Unikat!

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