Filmfreunde aufgepasst! – 3. OBSCURA Filmfestival steht in den Startlöchern

4 Tage, 3 Spielorte, 9 Filme, über 15 Kurzfilme – vom Thriller bis zum Splatter

Wenn selbst etablierte Filmfestivals wie das Fantasy Filmfest schon Probleme haben, in Hannover Fuß zu fassen, ist es mutig, den Versuch zu wagen, in Niedersachsens Landeshauptstadt ein komplett neues Filmfestival zu etablieren. Aber das kleine, aber feine OBSCURA-Filmfestival geht vom 20. – 23. März 2019 bereits in die dritte Runde und hat im Gegensatz zum Genre-Primus Fantasy Filmfest (nicht nur) einen entscheidenden Vorteil: langfristiges Denken, und das zeichnet sich meist am Ende aus. Während das Fantasy Filmfest 2010 nur ein einziges Mal in Hannover gastierte und das Experiment danach als gescheitert ansah und Hannover künftig wieder den Rücken kehrte, anstatt zu versuchen, das lokale Publikum durch Kontinuität über die Jahre zu vergrößern, verfolgt OBSCURA-Veranstalter David Ghane genau diesen Ansatz, der auch bereits erste Früchte trägt. Mit der diesjährigen 3. Auflage wird das OBSCURA-Filmfestival erstmals vom Kulturbüro Hannover gefördert und der Film „Triple Threat“, in dem Martial Arts-Größen wie Tony Jaa und Iko Uwais die Hauptrollen spielen und der am Freitag um 17:00 im Lodderbast gezeigt wird, ist schon im Vorfeld fast ausverkauft. Allein diese Tatsachen zeigen, dass der Ansatz gut und das OBSCURA-Filmfestival auf dem richtigen Weg ist. Gute Mundpropaganda und Social Media Aktivität sind eben immer noch die beste Werbung und um den Vergleich mit dem Fantasy Filmfest noch ein letztes Mal zu bemühen: Die Zuschauerzahlen, die für das Fantasyfilmfest nicht ausreichend waren, um weiter in Hannover zu bleiben, würden die Zuschauerkapazitäten des OBSCURA gerade in den Locations Medienhaus und Lodderbast bei weitem überschreiten, was im Gegenzug bedeutet, dass es in Hannover mehr als ausreichendes Potenzial für ein kleines Filmfestival der Genres Horror, Thriller, Fantasy, Martial Arts, etc. gibt. Das hiesige potenzielle Publikum muss nur darüber informiert sein.

Was erwartet den Filmfreund nun beim 3. OBSCURA-Filmfestival? Am Mittwoch, den 20. März, kommen Freunde des Kurzfilms im Medienhaus am Schwarzen Bär auf ihre Kosten. Der erste Abend des Filmfestivals ist in zwei Kurzfilmblöcke aufgeteilt, um 18:30 Uhr geht es mit 8 „harmlosen“ Kurzfilmen los, bevor um 21:15 Uhr 7 Kurzfilme gezeigt werden, die stärkerer Tobak und nichts für Weicheier sind. Die Filme selbst sind zwischen 6 und 34 Minuten lang, stammen aus allen Genres und Ländern, teilweise auch aus Deutschland. Generell muss man beim OBSCURA-Filmfestival aber schon der englischen Sprache mächtig sein, denn die meisten Filme werden in der jeweiligen Originalsprache mit englischen Untertiteln gezeigt. Die Kurzfilme sind bei den meisten Genrefestivals immer ein Highlight, was auch daran liegen mag, dass da zumeist die Abwechslung am größten ist und so ziemlich jeder den einen oder anderen Lieblingskurzfilm findet. Wer also nur mal ins OBSCURA-Programm reinschnuppern will, für den ist der Mittwoch der ideale Tag.

Am Donnerstagabend geht es im Medienhaus mit drei Filmen weiter. Den Auftakt macht um 18:30 Uhr der argentinische Giallo-Krimi „Abrakadabra“ als Deutschlandpremiere im spanischen Original mit englischen Untertiteln. Weiter geht’s mit „Cannibals & Carpet Fitters“, einer britischen Splatterkomödie, bevor der Abend mit „Sant Marti“, einem katalanischen Backwoods-Horrorfilm endet.

Am Freitag geht es an der Location Lodderbast mit dem bereits oben erwähnten „Triple Threat“ weiter, gefolgt von dem koreanischen Schlachtenepos „The Great Battle“ und dem baskischen Fantasyfilm „Errementari“, was interessante Beiträge sein dürften, die man in unserer Kinolandschaft sonst eher weniger zu sehen bekommt.

Der letzte Festivaltag, der Samstag, wird im Cinestar Garbsen stattfinden und die drei Filme des Abend sind auch mit Vorfilmen versehen, so dass auch hier Kurzfilmfans noch einmal bedacht werden. Die Hauptfilme sind der russische Mystery-Thriller „The Envelope“, der belgische Horrorfilm „Memento Mori“ und die schwarze Komödie „Secret Santa“ aus den USA, die hier ebenfalls als Deutschlandpremiere aufgeführt wird.

Insgesamt also ein rundes, internationales und originelles Filmprogramm, bei dem für jeden Genre-Fan etwas dabei sein dürfte. Nähere Infos zu den Filmen und Trailer findet man auf der offiziellen Website des OBSCURA-Filmfestivals. Zwischen den Filmen werden auch wieder Blurays und andere Gimmicks verlost, so dass es für die Zuschauer auch etwas zu gewinnen gibt. Die Eintrittspreise sind im Vergleich zu den großen 3D-Hollywoodblockbustern auch sehr moderat. Im Medienhaus zahlt man für einen Film (bzw Kurzfilmblock am Mittwoch) nur 6€, im Lodderbast und im Cinestar 9€. Wer jeden Abend dabei sein will, legt sich eine Dauerkarte zu, die für 60€ zu haben ist.

Also, liebe Genrefilmfans der Region Hannover, lasst uns das 3. OBSCURA-Filmfestival in Hannover nicht nur von filmtechnischer und organisatorischer Seite, sondern auch von Publikumsseite zum Erfolg machen, damit es sich endgültig hier etabliert und dem hannoverschen Publikum in kommenden Jahren weitere Filmperlen präsentieren kann. Möge der Ausspruch: „Man sieht sich beim OBSCURA!“ für hannoversche Genre-Filmfreunde zum geflügelten Wort werden.

Text: Steve Palaser

Weiterführende Links:

OBSCURA-Filmfestival

Cinestar Garbsen

Lodderbast

Medienhaus

Bookmark the permalink.
Avatar

About Steve

Steve Palaser ist Freier Journalist & Übersetzer DE - EN, EN - DE Mehr Info unter dem Button "Unser Team" oder bei Google - da er zumindest deutschlandweit der Einzige mit diesem Namen ist! Ein echtes Unikat!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.