The Black Sheep mit stimmungsvollem Konzert zum CD Release am Valentinstag

Theblacksheep14022014_283Warum Hannover das Glück hatte, in der Terminplanung der Tournee von The Black Sheep genau an dem Tag, an dem das langerwartete zweite Album „Politics“ der vierköpfigen Band aus Köln veröffentlicht wird, mit einem Live-Auftritt im LUX zu bedacht werden, darüber mag spekuliert werden. Lag es daran, dass das Label, bei dem die Band unter Vertrag ist, Intono Records, in Hannover beheimatet ist oder war es einfach Zufall?

Worüber nicht spekuliert werden kann, ist dass es tatsächlich ein Glück für alle Musik-Fans aus der Region Hannover war, diesen Konzertabend zum CD Release live miterleben zu dürfen. Denn die vier Damen von The Black Sheep, die sich 2002 als Mädchenband gegründet hatten, kommen live noch um einiges besser rüber als auf ihren beiden ohnehin schon sehr empfehlenswerten Alben (siehe Rezension zu „Politicshier).

The Black Sheep Foto-Galerie Part I:

Diese Slideshow erfordert aktiviertes JavaScript.

Dies lag nicht nur am offensichtlichen visuellen Aspekt, auch wenn The Black Sheep eine Bühnenpräsenz hatten, auf die so manche künstlich gehypte Retorten-Band neidisch sein dürfte. Nein, es war die musikalische Live-Umsetzung ihres Repertoires, die das Konzert zu einem besonderen Abend machte. Aber der Reihe nach. Zunächst zeigte Hannover, das es rocken kann. Denn beide Vorbands, Memorie und Planet Emily, kommen aus Hannover und bewiesen eindrucksvoll, dass Hannover ein gutes Pflaster für Musiker ist. Es gibt genug Beispiele von weltweit bekannten Bands und Musikern aus der Rock/Pop-Szene, die ihre Wurzeln in Hannover haben.

Zum weltweiten Erfolg ist es für Memorie zwar noch ein langer Weg, doch die Band hat sich ja auch erst im Mai 2013 gegründet, steht also noch ganz am Anfang. Die junge hannoversche Band spielt Alternative-Pop-Rock mit deutschen Texten und sieht sich unter anderem als beeinflusst vom Stil von Bakkushan und Ich Kann Fliegen. Laut eigener Aussage haben sich die vier Bandmitglieder über anonyme Suchanzeigen für Musiker gefunden und die Chemie stimmte in dem Quartett von Beginn an. Jakob (Gesang, Rhythmusgitarre), Riccardo (Leadgitarre, 2. Stimme), Marius (Bass) und Christoph (Schlagzeug) haben schon einige Konzerte in Hannover gegeben und werden unter anderem auch beim diesjährigen Emergenza-Bandwettbewerb spielen und am 28.Februar beim nächsten Vorrundenkonzert im Musikzentrum antreten.

Foto-Galerie Memorie:

Diese Slideshow erfordert aktiviertes JavaScript.

Die Spielfreude war Memorie deutlich anzusehen nurdas Publikum blieb trotz mehrfacher Bitten anfänglich doch sehr auf räumlicher Distanz zur Bühne, was aber auch der Tatsache geschuldet war, dass sich für so eine überschaubare Location verhältnismäßig viele Fotografen vor der Bühne tummelten, die das Publikum nicht bei der Arbeit behindern wollte. Die Idee des Gitarristen, sich stattdessen selbst ins Publikum zu begeben, erwies sich als ungünstige Alternative, da das Kabel nicht lang genug war und der Gitarrist nun ohne Strom dastand, was aber immerhin zeigte, dass die Jungs auch wirklich live spielten. Überhaupt machen solche Momente ein Konzert ja erst zu etwas einzigartigem, worüber sowohl die Musiker, als auch das Publikum Jahre später noch reden, nach dem Motto: „Weißt Du noch….“ Insgesamt haben die Jungs von Memorie sich gut und authentisch präsentiert und sicher den einen oder anderen Fan im sehr gut gefüllten LUX gewonnen. Eine Nachwuchs-Band, die man im Auge behalten sollte.

Foto-Galerie Planet Emily:

Diese Slideshow erfordert aktiviertes JavaScript.

Gleiches gilt auch für Planet Emily. Die ebenfalls vierköpfige Band hat sich schon einen gewissen Bekanntheitsgrad in und um Hannover erspielt und kann durchaus als Lokalmatador dieses Konzertes bezeichnet werden, denn es gab mehr als nur einige Planet Emily Fans im Publikum. Dass die Band um Sängerin Caro, Timo (Bass, Backings), Daniela (Schlagzeug) und Kim (Gitarre) mit ihrem Deutsch-Pop-Rock das Publikum begeisterte, lag zu einem nicht unwesentlichen Teil an der charismatischen Energie der Frontfrau. Caro rockte, was das Zeug hält, und band sowohl ihre Bandmitglieder als auch das Publikum immer wieder durch spontane Worte und Gesten mit ein. Selbst eine kleine Technikpanne überbrückte sie humorvoll und unterhaltsam. Die Band hinterließ einen sehr sympathischen Eindruck und auch Planet Emily haben musikalisch und perfomancemäßig das Zeug, von sich reden zu machen. Die Zugabe-Rufe nach ihrem Auftritt sprachen eine deutliche Sprache.

Doch nach den beiden guten Vorbands wurde es nach einer weiteren Umbaupause Zeit für die Headliner des Abends. Sängerin Charly, Bassistin Katja, Gitarristin Johanna und Drummerin Claudia zogen das Publikum schnell in ihren Bann. Mit „Unwritten Apology“ vom Erstlingswerk „Not Part of the Deal“ zeigten The Black Sheep von Beginn an, dass es kein Zufall ist, dass diverse namhafte Bands und Künstler die vier Damen als Support Act engagiert hatten. Es wirkte alles wie aus einem Guss, vom professionellem Schlagzeug über den zuverlässigen Bass bis zum gekonnten Gitarrenspiel kreierte The Black Sheep soundmäßig eine geniale Atmosphäre, der man anmerkte, dass die vier Vollblutmusikerinnen sind.

The Black Sheep Foto-Galerie Part II:

Diese Slideshow erfordert aktiviertes JavaScript.

War der Soundteppich, den die Damen webten, schon für sich eindrucksvoll und mitreißend genug, druckvoll bei rockigen Stücken und emotional bei Balladen, markierte die Stimme von Sängerin Charly das sprichwörtliche i-Tüpfelchen. Mal energiegeladen und kraftvoll, wie bei der Single „Make of me“ oder „Do or Die“ vom neuen Album, mal emotional und zerbrechlich wie bei „Fireless“ welches von Charly sogar am Keyboard und mit Akustikgitarre als kleines Solo gesungen wurde. Der Schwerpunkt der Setlist lag natürlich auf den Songs des neuen Albums, dessen Titelsong „Politics“ als letztes Stück des Sets gespielt wurde, wobei aber auch der Erstling noch ausreichend Beachtung fand. Nach einer Zugabe mit „Leaders of the World“ endete dieser geniale Konzertabend leider viel zu früh. Zwischen den Stücken sprach Charly auch immer wieder mit dem Publikum und auch Katja lieferte die eine oder andere Comedy-Einlage. Kurzum ein perfekter Auftritt einer sympathischen und extrem talentierten Rock/Pop-Band, die eine erfolgreiche Zukunft vor sich haben dürfte. Verdient haben sie es definitiv.

Palasermedia hatte die Gelegenheit, am Tag des Konzerts noch ein kleines Interview mit The Black Sheep im Studio von Intono Records zu führen. Die Videoaufzeichnung des Interviews findet sich in Kürze hier und auf youtube.

Text: Steve Palaser

Fotos: Steve Palaser & Frank Mandrella

Weiterführende Links:

LUX

The Black Sheep

Planet Emily

Memorie
Intono Records

Bookmark the permalink.

About Steve

Steve Palaser ist Freier Journalist & Übersetzer DE - EN, EN - DE Mehr Info unter dem Button "Unser Team" oder bei Google - da er zumindest deutschlandweit der Einzige mit diesem Namen ist! Ein echtes Unikat!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.